Leishmaniose ist beim Lagotto Romagnolo eine häufige Erkrankung. Falls du darüber noch nichts gehört oder gelesen hast, hier erfährst du mehr darüber.
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Leishmaniose beim Hund – was viele Hundehalter erst verstehen, wenn es zu spät ist
Leishmaniose gehört zu den Erkrankungen, die viele Hundehalter zunächst nur mit Spanien, Italien oder Hunden aus dem Auslandstierschutz verbinden. Tatsächlich betrifft dieses Thema inzwischen deutlich mehr Hunde als noch vor einigen Jahren.
Immer mehr Menschen reisen mit ihren Hunden in südliche Länder Europas. Gleichzeitig breiten sich die übertragenden Sandmücken zunehmend auch in Regionen aus, in denen sie früher kaum vorkamen.
Umso wichtiger ist es, diese Krankheit wirklich zu verstehen.
Denn ein positiver Test bedeutet längst nicht automatisch eine schwere Erkrankung – aber fehlendes Wissen kann fatale Folgen haben.
Was ist Leishmaniose überhaupt?
Leishmaniose wird durch mikroskopisch kleine einzellige Parasiten der Gattung Leishmania ausgelöst.
Übertragen werden diese fast ausschließlich durch den Stich infizierter Sandmücken.
Besonders bekannt als Überträger ist die Sandmückenart Phlebotomus perniciosus.
Nach dem Stich gelangen die Parasiten in bestimmte Abwehrzellen des Körpers und können sich dort teilweise über lange Zeit unbemerkt vermehren.
Genau das macht diese Erkrankung so tückisch.
Ein Hund kann infiziert sein und trotzdem über Monate oder sogar Jahre keinerlei Symptome zeigen.
Warum wird nicht jeder infizierte Hund krank?
Diese Frage gehört zu den wichtigsten überhaupt.
Viele Hunde tragen den Erreger lange in sich, ohne jemals sichtbar zu erkranken.
Ob die Krankheit tatsächlich ausbricht, hängt in erster Linie vom Immunsystem ab.
Ein stabiler Organismus kann die Parasiten häufig lange kontrollieren.
Problematisch wird es oft erst dann, wenn der Körper zusätzlich belastet wird.
Mögliche Auslöser für einen späteren Krankheitsausbruch können sein:
- chronischer Stress
- andere Erkrankungen
- Operationen
- dauerhaft erhöhte Entzündungsprozesse
- hohes Alter
- geschwächte Darmflora
- langfristige Medikamentenbelastung
- schlechte Ernährung
Das erklärt auch, warum manche Hunde trotz Infektion gesund bleiben, während andere schwer erkranken.
Die ersten Symptome werden oft übersehen
Leishmaniose beginnt häufig schleichend.
Viele Hundehalter denken zunächst an normale Alterserscheinungen oder kleinere gesundheitliche Probleme.
Typische erste Veränderungen können sein:
- Müdigkeit
- geringere Belastbarkeit
- Gewichtsverlust trotz normaler Fütterung
- schlechter Appetit
- Hautentzündungen
- kahle Stellen um Augen und Nase
- schuppige Hautveränderungen
- vergrößerte Lymphknoten
Im weiteren Verlauf können zusätzlich auftreten:
- auffälliges Krallenwachstum
- Nasenbluten
- wiederkehrender Durchfall
- Blutarmut
- Muskelabbau
- Gelenkschmerzen
- zunehmende Schwäche
Gerade diese schleichende Entwicklung macht die Erkrankung gefährlich.
Welche Organe können betroffen sein?
Ein weit verbreiteter Irrtum:
Viele denken bei Leishmaniose zuerst nur an Hautprobleme.
Tatsächlich handelt es sich um eine systemische Erkrankung, die den gesamten Organismus betreffen kann.
Besonders gefährdet sind:
- Nieren
- Leber
- Milz
- Knochenmark
- Gelenke
- Augen
Besonders problematisch ist eine fortschreitende Nierenschädigung.
Viele schwer betroffene Hunde sterben letztlich nicht an den Parasiten selbst, sondern an den Folgen eines Nierenversagens.
Wie wird Leishmaniose sicher diagnostiziert?
Ein einzelner Schnelltest reicht häufig nicht aus.
Für eine gute Diagnostik werden meist mehrere Untersuchungen kombiniert.
Dazu gehören:
- Antikörpertest
- PCR-Test
- großes Blutbild
- Kontrolle der Organwerte
- Eiweißfraktionen
- Urinuntersuchung
- regelmäßige Nierenkontrolle
Wichtig zu wissen:
Ein früher negativer Test schließt eine spätere Erkrankung nicht immer sicher aus.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
In der klassischen Tiermedizin wird häufig Allopurinol eingesetzt.
Dieses Medikament hemmt die Vermehrung der Parasiten.
Es heilt die Erkrankung in der Regel nicht vollständig, kann aber helfen, die Parasitenlast deutlich zu reduzieren und den Krankheitsverlauf zu stabilisieren.
Ein wichtiger Punkt wird oft vergessen.
Unter Allopurinol sollte purinarm gefüttert werden.
Andernfalls können sich problematische Kristalle im Harntrakt bilden.
Ernährung spielt bei chronischen Erkrankungen eine entscheidende Rolle
Ein geschwächter Organismus benötigt optimale Unterstützung.
Gerade Hunde mit chronischen Erkrankungen profitieren häufig deutlich stärker von hochwertiger Ernährung, als viele Hundehalter anfangs vermuten.
Sinnvoll sind aus meiner Sicht vor allem:
- hochwertige tierische Proteine
- entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren
- natürliche Antioxidantien
- möglichst unverarbeitete Nahrung
- Verzicht auf unnötige Zusatzstoffe
- Unterstützung des gesamten Stoffwechsels
Ich persönlich halte hochwertiges Nass- oder Frischfutter bei chronisch kranken Hunden oft für sinnvoller als stark verarbeitetes Trockenfutter.
Warum die Darmflora nicht unterschätzt werden sollte
Ein großer Teil des Immunsystems sitzt im Darm.
Gerade bei chronischen Erkrankungen lohnt sich deshalb ein Blick auf die Darmgesundheit.
Eine gestörte Darmflora kann langfristig die gesamte Immunabwehr schwächen.
Unterstützend sinnvoll sein können:
-
Probiotika
-
präbiotische Ballaststoffe
-
fermentierte natürliche Bestandteile
-
möglichst natürliche Ernährung ohne unnötige Belastungen
Ein stabiler Darm bedeutet häufig auch ein stabileres Immunsystem.
Kann Naturheilkunde unterstützend helfen?
Immer wieder werden alternative Begleitmaßnahmen diskutiert.
Besonders häufig fällt in diesem Zusammenhang Artemisia annua, auch einjähriger Beifuß genannt.
Die Pflanze enthält unter anderem den Wirkstoff Artemisinin, dem antiparasitäre Eigenschaften zugeschrieben werden.
Laboruntersuchungen zeigen interessante Ansätze.
Wichtig ist jedoch eine ehrliche Einordnung.
Bis heute gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege dafür, dass Artemisia annua beim Hund als gesicherte Standardtherapie gegen Leishmaniose angesehen werden kann.
Naturheilkunde kann möglicherweise begleiten – ersetzt aber niemals eine notwendige tierärztliche Behandlung.
Ein positiver Test bedeutet nicht automatisch ein schlechtes Leben
Viele Hunde leben über Jahre stabil mit einer Leishmaniose-Infektion.
Entscheidend sind vor allem:
- regelmäßige Blutkontrollen
- frühzeitiges Erkennen von Veränderungen
- hochwertige Ernährung
- möglichst wenig Stress
- stabile Darmgesundheit
- enge tierärztliche Begleitung
Die Erkrankung ist ernst.
Aber sie bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund keine gute Lebensqualität mehr haben kann.
Mein persönlicher Gedanke
Gerade chronische Erkrankungen zeigen immer wieder, wie eng Ernährung, Immunsystem, Stress und allgemeine Gesundheit miteinander verbunden sind.
Nicht jede Therapie sollte ausschließlich auf Symptome schauen.
Oft lohnt es sich, den gesamten Organismus zu betrachten und nicht nur die Diagnose.
Denn Gesundheit ist selten ein einzelnes Problem.
Meist ist sie das Zusammenspiel vieler Faktoren.









