Wer regelmäßig mit seinem Hund nach Südfrankreich reist, denkt meistens zuerst an Sonne, Freiheit, Meer, schöne Stellplätze und entspannte Tage mit seinen Vierbeinern.
So ging es mir ehrlich gesagt auch.
Bis ich angefangen habe, mich intensiver mit einem Thema zu beschäftigen, das ich zwar schon lange kannte, aber nie wirklich tief hinterfragt hatte.
Leishmaniose.
Plötzlich wurde aus einem ganz normalen Urlaubsthema eine Entscheidung, die deutlich komplizierter wurde, als ich zunächst dachte.
Denn ich reise nicht allein.
Ich bin mit drei Hunden unterwegs.
Und eine meiner Hündinnen ist mittlerweile 13 Jahre alt und lebt seit einiger Zeit mit Diabetes mellitus.
Damit verändert sich automatisch die gesamte Sicht auf solche Themen.
Plötzlich geht es nicht mehr nur darum, ob ein Schutzmittel grundsätzlich wirkt.
Sondern darum, was man seinem Hund gesundheitlich überhaupt noch zumuten möchte.
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Erst einmal musste ich verstehen, wo die eigentliche Gefahr überhaupt liegt
Viele Hundehalter wissen natürlich, dass Leishmaniose durch Sandmücken übertragen wird.
Was ich dabei völlig unterschätzt hatte:
Nicht die Krankheit selbst ist der erste Gegner.
Sondern diese winzigen Insekten.
Die übertragenden Sandmücken sind teilweise gerade einmal 1,5 bis 3 Millimeter groß.
Und genau da begann meine erste Überraschung.
Bei meiner Recherche stellte ich fest, dass normale Fliegengitter im Wohnmobil häufig gar keinen sicheren Schutz bieten.
Die Maschen vieler Standardgitter sind schlicht zu groß.
Empfohlen werden deutlich feinere Schutznetze.
Ein Punkt, über den vermutlich viele Camper nie nachdenken.
Ich bisher jedenfalls nicht.
Gefährlich wird es genau dann, wenn man eigentlich entspannt draußen sitzt
Was mich ebenfalls überrascht hat:
Sandmücken verhalten sich ganz anders als viele normale Stechmücken.
Besonders aktiv sind sie:
- ungefähr eine Stunde nach Sonnenuntergang
- während der gesamten Nacht
- bis ungefähr eine Stunde vor Sonnenaufgang
Mit anderen Worten:
Genau der gemütliche Sommerabend vor dem Wohnmobil kann der kritischste Moment des gesamten Tages sein.
Nicht der Spaziergang am Mittag.
Nicht die Wanderung am Nachmittag.
Sondern genau die entspannten Abendstunden, wenn Hunde neben einem liegen und man selbst denkt, der Tag sei längst vorbei.
Mein erster Gedanke war natürlich eine Impfung
Also begann ich zu recherchieren.
Schnell stößt man auf die bekannte Leishmaniose-Impfung.
Ich wollte wissen:
Reicht das aus?
Die Antwort überraschte mich.
Die Impfung verhindert eine Infektion nicht zuverlässig.
Sie reduziert lediglich das Risiko, dass ein Hund nach einer Infektion tatsächlich klinisch erkrankt.
Das bedeutet:
Der Hund kann trotzdem gestochen werden.
Die Parasiten können trotzdem in den Körper gelangen.
Dieser Unterschied war mir vorher ehrlich gesagt nicht in dieser Deutlichkeit bewusst.
Danach wurde es komplizierter – Halsband oder Impfung?
Je tiefer ich recherchierte, desto häufiger stieß ich auf zwei Produkte.
Seresto Collarund
Scalibor Protectorbandieß ich auf ein Produkt, das viele eher aus dem Campingbereich kennen.
Ich habe selbst ein Gerät bestellt und stellte mir sofort die Frage:
Kann das vielleicht eine zusätzliche Möglichkeit sein?
Interessant fand ich:
Thermacell wird im Outdoor-Bereich erfolgreich eingesetzt, um verschiedene stechende Insekten fernzuhalten.
Ob dieser Schutz speziell gegen Leishmaniose übertragende Sandmücken beim Hund unter realen Reisebedingungen zuverlässig ausreicht, ist wissenschaftlich bisher nicht eindeutig belegt.
Trotzdem gefällt mir der Gedanke.
Wenn man abends vor dem Wohnmobil sitzt und die Hunde direkt in unmittelbarer Nähe liegen, könnte ein zusätzlicher Schutzbereich durchaus sinnvoll sein.
Für Spaziergänge bringt es dagegen natürlich wenig.
Nicht jeder Hund trägt das gleiche Risiko
Ein Punkt beschäftigte mich während meiner Recherche besonders.
Nicht jeder infizierte Hund erkrankt automatisch.
Entscheidend ist vor allem das Immunsystem.
Besonders anfällig gelten häufig:
- ältere Hunde
- chronisch kranke Hunde
- Hunde mit Stoffwechselerkrankungen
- Hunde unter dauerhaftem Stress
- Hunde mit geschwächter Immunabwehr
Und genau dort beginnt mein persönlicher Konflikt.
Meine ältere Hündin lebt mit Diabetes.
Reisestress, hohe Temperaturen, lange Fahrten, neue Umgebungen und körperliche Belastungen können das Immunsystem zusätzlich fordern.
Plötzlich denkt man über Schutzmaßnahmen ganz anders nach.
Was ich aus vielen Stunden Recherche gelernt habe
Ich habe irgendwann gemerkt:
Es gibt nicht diese eine perfekte Lösung.
Im Moment denke ich persönlich in diese Richtung:
- Aufenthalte draußen in der Dämmerung reduzieren
- Hunde nachts konsequent im Fahrzeug halten
- zusätzliche feinmaschige Schutznetze prüfen
- chemische Belastung möglichst gering halten
- starke Mittel nur dann einsetzen, wenn das reale Risiko wirklich hoch ist
- den allgemeinen Gesundheitszustand des Hundes immer mit einbeziehen
Was ich früher anders gesehen habe
Früher dachte ich ganz einfach:
Man fährt mit Hund nach Südfrankreich und genießt den Urlaub.
Heute weiß ich:
Manchmal steckt hinter einem einzigen kleinen Mückenstich deutlich mehr, als man zunächst ahnt.
Und manchmal merkt man erst durch intensivere Recherche, wie komplex eine scheinbar einfache Entscheidung plötzlich wird.
Gerade dann, wenn man Verantwortung für ältere oder gesundheitlich belastete Hunde trägt.
Mein persönliches Fazit
Ich habe bei diesem Thema etwas gelernt, das wahrscheinlich für viele Gesundheitsfragen gilt.
Guter Schutz bedeutet nicht automatisch, möglichst viel Chemie einzusetzen.
Manchmal geht es eher darum, bewusst abzuwägen.
Jeder Hund bringt seine eigene Geschichte mit.
Jeder Hund bringt andere Voraussetzungen mit.
Und genau deshalb lohnt es sich oft, tiefer zu recherchieren, statt einfach nur die erstbeste Empfehlung zu übernehmen.
Gerade wenn man Verantwortung trägt.
Nicht für irgendeinen Hund.
Sondern für den eigenen.
Wer verstehen möchte, wie Leishmaniose den Körper langfristig schädigen kann, sollte auch meinen ausführlichen Fachartikel dazu lesen.











