„Ist das ein Labradoodle?“

Wenn ich mit meinen Lagotti unterwegs bin, höre ich diese Frage ständig.

Früher wurde ich oft gefragt:

„Ist das ein Pudel?“

Heute scheint fast jeder lockige Hund automatisch ein Labradoodle zu sein.

Ich muss darüber inzwischen immer ein bisschen schmunzeln.

Denn je mehr man sich mit diesen Hunden beschäftigt, desto schneller merkt man: Locken sind eben nicht gleich Locken.

Ein Lagotto sieht anders aus als ein Pudel.

Anders als ein Spanischer Wasserhund.

Anders als ein Portugiesischer Wasserhund.

Und auch der Barbet, einer der alten französischen Wasserhunde, bringt noch einmal seinen ganz eigenen Felltyp mit.

Trotzdem werden sie immer wieder miteinander verwechselt.

Das liegt nicht nur an den Locken.

Sondern auch daran, dass über das Fell dieser Hunde unglaublich viele Behauptungen im Umlauf sind.

„Der Lagotto hat kein Unterfell.“

„Die Locken kommen erst nach der ersten Schur.“

„Das Fell schützt ihn komplett vor Wasser und Kälte.“

Ich habe viele dieser Aussagen selbst jahrelang übernommen.

Nicht, weil ich sie überprüft hatte.

Sondern weil sie überall standen.

Erst durch die vielen Fragen meiner Welpenfamilien, Gespräche mit anderen Züchtern und die Diskussionen auf Instagram habe ich angefangen, genauer hinzusehen.

Und plötzlich stellte ich mir selbst Fragen.

Stimmt das eigentlich wirklich?

Oder erzählen wir manches einfach weiter, weil es schon immer so erzählt wurde?

Genau deshalb ist dieser Artikel entstanden.

Nicht, um möglichst viele Pflegetipps zu geben.

Sondern um gemeinsam zu verstehen, warum das Fell des Lagotto so besonders ist – und warum es sich lohnt, bei manchen Aussagen etwas genauer hinzuschauen.


Hat der Lagotto Romagnolo wirklich Unterfell?

Die kurze Antwort lautet:

Ja.

Zumindest beschreibt der offizielle Rassestandard den Lagotto als Hund mit einem lockigen Fell und sichtbarer Unterwolle.

Damit ist zunächst einmal beschrieben, wie das Fell aufgebaut sein soll.

Welche Aufgaben dieses Fell tatsächlich erfüllt und wie es sich entwickelt, darüber sagt der Standard allerdings nur wenig.

Und genau hier beginnt es spannend zu werden.

Denn schaut man genauer hin, merkt man schnell:

Nicht jeder Lagotto fühlt sich gleich an.

Nicht jeder entwickelt dieselbe Lockenstruktur.

Nicht jeder besitzt gleich viel Unterwolle.

Und genau deshalb entstehen so viele Missverständnisse.


Warum wird so viel über das Fell diskutiert?

Ich glaube, dafür gibt es einen einfachen Grund.

Viele Menschen vergleichen den Lagotto automatisch mit anderen lockigen Hunden.

Wer an Locken denkt, denkt meistens an den Pudel.

Oder heute eben an einen Labradoodle.

Dabei unterscheiden sich diese Hunde deutlich.

Nicht nur optisch.

Sondern bereits beim Aufbau ihres Fells.

Und genau diese Unterschiede haben Auswirkungen darauf,

wie sich das Fell entwickelt,

wie es sich anfühlt

und warum manche Hunde schneller verfilzen als andere.

Deshalb schauen wir uns als Nächstes erst einmal an,

wie sich das Fell eines Lagotto überhaupt entwickelt.

Lagotto Romagnolo Fell

Wie entwickelt sich das Fell eines Lagotto?

Wer zum ersten Mal einen Lagotto-Welpen sieht, wundert sich oft.

Auf den ersten Blick erinnert das Fell häufig noch gar nicht an die kräftigen Locken eines erwachsenen Hundes. Manche Welpen wirken fast flauschig, andere haben bereits leichte Wellen, wieder andere zeigen schon einzelne Locken.

Das führt schnell zu der Frage:

„Bleibt das Fell so oder kommen die Locken erst später?“

Die Antwort ist etwas komplexer, als häufig behauptet wird.

 Das Welpenfell

Jeder Lagotto wird zunächst mit einem weichen Welpenfell geboren. Wie stark die Locken bereits in den ersten Wochen sichtbar sind, kann von Hund zu Hund unterschiedlich sein.

Mit zunehmendem Alter verändert sich das Fell nach und nach. Das weiche Welpenhaar wird nach und nach durch das endgültige Erwachsenenfell ersetzt. Während dieser Übergangsphase befinden sich oft verschiedene Haarstrukturen gleichzeitig im Fell. Genau das macht diese Zeit so besonders – und manchmal auch etwas herausfordernd.


 Warum verfilzt das Fell gerade in dieser Zeit?

Viele Besitzer berichten, dass ihr Lagotto zwischen dem ersten Lebensjahr plötzlich stärker verfilzt als zuvor.

Auch ich werde regelmäßig gefragt:

„Mache ich etwas falsch?“

In den allermeisten Fällen lautet meine Antwort:

Nein.

Nach allem, was wir recherchiert haben, gibt es keine wissenschaftliche Studie speziell zum Fellwechsel des Lagotto Romagnolo. Allerdings erklären Materialwissenschaft und die Erfahrungen von Zuchtvereinen dieses Phänomen sehr schlüssig.

Während des Fellwechsels treffen verschiedene Haartypen aufeinander. Das weiche Welpenhaar löst sich nach und nach, gleichzeitig wächst das festere Erwachsenenfell nach. Diese unterschiedlichen Haarstrukturen verhaken sich leichter miteinander und bilden kleine Knoten. Bleiben sie unbemerkt, können daraus schnell größere Verfilzungen entstehen.

Aus meiner Erfahrung ist das eine ganz normale Entwicklungsphase. Sie bedeutet nicht, dass mit dem Fell etwas nicht stimmt oder der Hund falsch gepflegt wurde.


 Entstehen die Locken wirklich erst nach der ersten Schur?

Diese Aussage liest man erstaunlich häufig.

Auch ich habe sie früher immer wieder gehört.

Je genauer ich mich damit beschäftigt habe, desto deutlicher wurde jedoch:

Die Schur erzeugt keine Locken.

Die Locken sind genetisch festgelegt. Verantwortlich dafür sind Veränderungen in den Haarfollikeln und bestimmte Gene, die die Haarstruktur beeinflussen. Ob ein Lagotto lockiges Fell entwickelt, entscheidet also nicht die Schermaschine.

Warum glauben trotzdem so viele Menschen, dass die erste Schur die Locken entstehen lässt?

Ganz einfach: Die erste Schur fällt oft genau in die Zeit, in der sich das Welpenfell ohnehin zum Erwachsenenfell entwickelt. Das kürzere Fell lässt die bereits vorhandenen Locken deutlicher hervortreten. Dadurch entsteht leicht der Eindruck, die Schur hätte die Locken verursacht.

Tatsächlich macht sie sie meist nur besser sichtbar.

Warum ein Lagotto oft anders riecht als andere Hunde

Viele Halter beschreiben den Geruch eines Lagotto als deutlich milder als den anderer Hunderassen. Das liegt vermutlich an der besonderen Struktur des Fells, an der Beschaffenheit der Haut und daran, dass Feuchtigkeit und Schmutz oft weniger lange im Fell verbleiben. Ein leichter, wolliger Eigengeruch ist dagegen völlig normal.

In all den Jahren mit meinen Lagotti habe ich immer wieder erlebt, dass Besucher überrascht waren. Viele konnten kaum glauben, dass Hunde so wenig Eigengeruch haben können. Einen starken „Hundegeruch“, wie ihn manche von anderen Rassen kennen, habe ich bei meinen Hunden nie wahrgenommen.

Warum sieht kein Lagotto aus wie der andere?

Obwohl alle Lagotti demselben Rassestandard entsprechen sollen, gleicht kaum einer dem anderen.

Der eine trägt enge, federnde Korkenzieherlocken.

Der nächste hat größere, offenere Locken.

Manche wirken fast wollig, andere eher leicht gelockt.

Auch die Menge der Unterwolle kann unterschiedlich ausfallen.

Genau diese Vielfalt macht die Rasse für mich so spannend.

Sie zeigt aber auch, warum allgemeine Aussagen über „das typische Lagottofell“ oft zu kurz greifen.

Jeder Hund bringt seine eigenen genetischen Voraussetzungen mit.

Und genau deshalb lohnt es sich, den eigenen Hund anzuschauen – statt ihn mit Bildern aus dem Internet zu vergleichen.


Wasserhunderassen

Der Lagotto und seine lockigen Verwandten

Wer zum ersten Mal einen Lagotto sieht, verwechselt ihn häufig mit anderen lockigen Hunderassen.

Mal heißt es:

„Ist das ein Labradoodle?“

Ein anderes Mal:

„Sieht aus wie ein Pudel.“

Oder:

„Ist das nicht ein Portugiesischer Wasserhund?“

Kein Wunder.

Alle diese Hunde tragen ein lockiges Fell und wurden ursprünglich für Arbeiten am oder im Wasser gezüchtet.

Schaut man jedoch genauer hin, erkennt man schnell, dass jede dieser Rassen ihre ganz eigene Geschichte mitbringt – und genau diese Geschichte spiegelt sich auch im Fell wider.


Der Barbet – der französische Wasserhund

Der Barbet gehört zu den ältesten bekannten Wasserhunderassen Europas. Schon vor mehreren Jahrhunderten wurde er als vielseitiger Jagd- und Apportierhund an Seen, Flüssen und Sümpfen eingesetzt.

Sein Fell ist lang, dicht und wollig. Es bildet lockige bis leicht gewellte Strähnen und schützt den Hund bei der Arbeit im Wasser. Gleichzeitig benötigt es eine regelmäßige Pflege, da es – ähnlich wie beim Lagotto – zum Verfilzen neigen kann.

Der Barbet wirkt insgesamt etwas größer und kräftiger als der Lagotto. Sein Fell fällt häufig länger und weicher, wodurch sich sein Erscheinungsbild deutlich vom kompakteren Lagotto unterscheidet.

Obwohl beide Rassen zur Familie der Wasserhunde gehören, sind sie eigenständige Rassen mit einer jeweils langen Entwicklungsgeschichte.


Der Spanische Wasserhund

Der Spanische Wasserhund wurde jahrhundertelang nicht nur am Wasser eingesetzt.

Je nach Region arbeitete er ebenso als Hütehund oder Helfer bei der Viehhaltung.

Sein Fell unterscheidet sich deutlich vom Lagotto.

Es bildet eher Schnüre oder Zotten, anstatt die gleichmäßigen, elastischen Locken des Lagotto auszubilden.

Gerade deshalb wird empfohlen, das Fell möglichst wenig zu bürsten, damit diese natürliche Struktur erhalten bleibt.


Der Portugiesische Wasserhund

Der Portugiesische Wasserhund begleitete früher Fischer entlang der portugiesischen Küste.

Er apportierte Netze, überbrachte Nachrichten zwischen Booten und arbeitete stundenlang im Wasser.

Sein Fell kann lockig oder wellig sein – je nach Fellvariante.

Im Gegensatz zum Lagotto wirkt es häufig glatter und fließender.

Auch der Körperbau ist sportlicher und höherläufig.


Der Pudel

Obwohl viele Menschen den Pudel heute vor allem als Familien- oder Ausstellungshund kennen, stammt auch er ursprünglich aus der Wasserarbeit.

Sein Name leitet sich vermutlich vom alten deutschen Wort „puddeln“ ab, was so viel wie im Wasser planschen bedeutet.

Sein Fell wächst kontinuierlich weiter und verliert kaum Haare. Dadurch unterscheidet sich seine Fellpflege deutlich von der des Lagotto.

Optisch verbindet beide Rassen das lockige Fell.

Schaut man jedoch genauer hin, unterscheiden sich Lockenstruktur, Fellgefühl und Körperbau deutlich.


Was haben alle diese Wasserhunde gemeinsam?

Je mehr ich über diese Rassen gelesen habe, desto faszinierender fand ich ihre Gemeinsamkeiten.

Sie alle wurden ursprünglich für anspruchsvolle Arbeiten rund ums Wasser gezüchtet.

Sie brauchten Ausdauer.

Sie mussten eng mit dem Menschen zusammenarbeiten.

Und sie benötigten ein Fell, das sie bei ihrer täglichen Arbeit unterstützte.

Doch obwohl sie denselben Ursprung als Wasserhunde teilen, hat jede Rasse im Laufe der Jahrhunderte ihren eigenen Weg genommen.

Der Lagotto entwickelte sich zum Spezialisten für die Trüffelsuche.

Der Portugiesische Wasserhund blieb lange Helfer der Fischer.

Der Spanische Wasserhund wurde zusätzlich zum Hütehund.

Und der Barbet blieb einer der klassischen französischen Wasserhunde.

Ihre Geschichte erklärt deshalb auch, warum ihre Felle zwar ähnlich wirken, aber eben nicht gleich sind.


Was sagt die Wissenschaft – und wo beginnt die Erfahrung?

Während ich diesen Artikel vorbereitet habe, ist mir etwas aufgefallen.

Viele Aussagen über das Fell des Lagotto werden überall wiederholt.

Oft klingen sie so selbstverständlich, dass kaum noch jemand hinterfragt, ob sie wissenschaftlich überhaupt untersucht wurden.

Genau deshalb habe ich begonnen, tiefer zu recherchieren.

Dabei zeigte sich etwas Überraschendes:

Für viele Details zum Fell des Lagotto gibt es bislang nur wenige direkte wissenschaftliche Untersuchungen.

Stattdessen stützen sich viele Aussagen auf allgemeine Erkenntnisse zur Fellbiologie, auf den offiziellen Rassestandard und auf jahrzehntelange Erfahrungen von Züchtern, Groomern und Haltern.

Das ist nichts Schlechtes.

Man sollte diese verschiedenen Quellen jedoch nicht miteinander verwechseln.

Ein Rassestandard beschreibt, wie eine Rasse aussehen soll.

Eine wissenschaftliche Studie untersucht, wie etwas tatsächlich funktioniert.

Und die praktische Erfahrung zeigt, wie sich das Ganze im Alltag bewährt.

Für mich gehören alle drei Perspektiven zusammen.

Erst wenn man sie miteinander verbindet, entsteht ein möglichst vollständiges Bild.

Infografik Fell Lagotto Romagnolo

Schützt das Fell den Lagotto vor Wasser und Kälte?

Über kaum ein Thema habe ich in den letzten Wochen so intensiv recherchiert wie über diese Frage.

Denn fast überall liest man Sätze wie:

  • „Die Locken wirken wie ein Neoprenanzug.“
  • „Der Lagotto bleibt durch sein Fell warm und trocken.“
  • „Sein Fell ist wasserabweisend.“

Je häufiger ich diese Aussagen gelesen habe, desto neugieriger wurde ich.

Denn ehrlich gesagt passten sie nicht zu meinen eigenen Beobachtungen.

Wenn einer meiner Hunde aus einem See kommt, ist er nicht nur außen nass.

Man kann das Fell bis auf die Haut auseinanderziehen.

Und wenn es kalt ist, friert ein nasser Lagotto genauso wie andere Hunde auch.

Also habe ich begonnen zu recherchieren.


Was ist wissenschaftlich bekannt?

Die Fellbiologie erklärt sehr gut, warum lockiges Fell grundsätzlich isolieren kann.

Zwischen den Haaren befindet sich Luft.

Diese Luft wirkt – ähnlich wie bei einer Daunenjacke – als natürliche Isolationsschicht.

Das gilt allerdings nur, solange diese Luftschicht erhalten bleibt.

Wird das Fell vollständig durchnässt, geht ein großer Teil dieser isolierenden Wirkung verloren.

Deshalb beschreibt die Wissenschaft das Fell auch nicht als wasserdicht, sondern als Fell mit isolierenden Eigenschaften unter bestimmten Bedingungen.


Was bedeutet das für den Lagotto Romagnolo?

Hier muss man ehrlich sagen:

Es gibt bislang kaum wissenschaftliche Untersuchungen, die sich speziell mit der Fellfunktion des Lagotto Romagnolo beschäftigen.

Deshalb wäre es unseriös zu behaupten, sein Fell funktioniere grundsätzlich wie ein Neoprenanzug.

Wahrscheinlicher ist:

Die dichte Lockenstruktur, die Unterwolle und das natürliche Hautfett unterstützen gemeinsam die Isolierung des Körpers.

Wie stark dieser Effekt tatsächlich ist, hängt jedoch von vielen Faktoren ab.

Zum Beispiel:

  • wie dicht das Fell ist,
  • wie lang es getragen wird,
  • wie stark es durchnässt wird,
  • wie kalt Wasser und Außentemperatur sind,
  • und natürlich auch vom einzelnen Hund.

Meine Erfahrung

Nach vielen Jahren mit Lagotti würde ich es so beschreiben:

Ja, das Fell unterstützt den Hund bei seiner Arbeit.

Es macht ihn aber nicht unempfindlich gegen Wasser oder Kälte.

Wie schnell ein Lagotto trocknet, hängt aus meiner Erfahrung vor allem von seinem Fell ab. Ein kurz geschorener Hund ist natürlich schneller trocken als ein Hund mit dichtem, längerem Lockenfell. Je mehr Fell vorhanden ist, desto länger dauert es auch, bis es wieder vollständig getrocknet ist.

Dass ein Lagotto trocken aus dem Wasser kommt, kann ich aus meiner Erfahrung nicht bestätigen. Nach dem Schwimmen ist das Fell bis auf die Haut nass – genau wie bei anderen Hunden auch.

Viele Lagotti lieben das Wasser und springen bei jeder Gelegenheit hinein – selbst im Winter. Dann sollte man darauf achten, dass sie anschließend nicht auskühlen. Ein gut sitzender Hundebademantel kann dabei helfen, schneller wieder warm zu werden.

Meine eigenen Hunde gehen im Winter allerdings gar nicht erst ins Wasser. Deshalb stellt sich diese Situation für uns im Alltag kaum.

Für mich passt das sehr gut zu dem, was wir heute über den Fellaufbau wissen:

Das Fell unterstützt den Hund – aber es ersetzt keinen Kälteschutz.

Warum das Fell des Lagotto so besonders ist

Je länger ich mich mit dem Fell des Lagotto beschäftigt habe, desto mehr ist mir bewusst geworden:

Es ist nicht nur die Locke, die diese Rasse besonders macht.

Es ist das Zusammenspiel vieler kleiner Eigenschaften.

Die Fellstruktur.

Die Unterwolle.

Die individuelle Entwicklung jedes einzelnen Hundes.

Und vor allem die Tatsache, dass kein Lagotto genau wie der andere aussieht.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum dieses Fell bis heute so viele Fragen aufwirft.

Denn vieles lässt sich erklären.

Manches beobachten wir seit vielen Jahren.

Und einiges ist wissenschaftlich noch gar nicht ausreichend untersucht.

Ich finde, das ist überhaupt nicht schlimm.

Im Gegenteil.

Es zeigt, dass wir auch nach vielen Jahrzehnten noch Neues über diese wunderbare Rasse lernen können.


Mein persönliches Fazit

Wenn ich heute gefragt werde:

„Hat der Lagotto Unterwolle?“

Dann antworte ich:

Ja – der offizielle Rassestandard beschreibt sie. Wie stark sie ausgeprägt ist, kann jedoch von Hund zu Hund unterschiedlich sein.

Fragt mich jemand:

„Schützt das Fell vor Wasser und Kälte?“

Dann würde ich sagen:

Es unterstützt den Hund dabei. Aber viele Aussagen, die man im Internet liest, sind deutlich einfacher formuliert, als die Wirklichkeit tatsächlich ist.

Und genau das wünsche ich mir für alle Informationen rund um den Lagotto:

Dass wir neugierig bleiben.

Dass wir Erfahrungen ernst nehmen.

Dass wir wissenschaftliche Erkenntnisse nutzen.

Und dass wir auch den Mut haben zu sagen:

„Das wissen wir heute noch nicht ganz genau.“

Denn genau dort beginnt oft das eigentliche Lernen.

Als ich angefangen habe, diesen Artikel zu schreiben, dachte ich, ich wüsste schon ziemlich viel über das Fell des Lagotto. Je tiefer ich recherchiert habe, desto öfter habe ich mich selbst dabei ertappt, Aussagen zu hinterfragen, die ich jahrelang einfach übernommen hatte. Genau deshalb hat mir dieser Ratgeber so viel Freude gemacht. Vielleicht geht es dir nach dem Lesen ähnlich wie mir: Man schaut seinen eigenen Lagotto plötzlich mit ganz anderen Augen an.

Häufige Fragen zum Fell des Lagotto Romagnolo (FAQ)

Hat jeder Lagotto Unterwolle?

Der offizielle FCI-Rassestandard beschreibt den Lagotto Romagnolo mit sichtbarer Unterwolle. Wie dicht diese ausgeprägt ist, kann jedoch individuell unterschiedlich sein.


Entstehen die Locken erst nach der ersten Schur?

Nein. Die Locken sind genetisch festgelegt. Die erste Schur fällt häufig in die Zeit des Fellwechsels und lässt die bereits vorhandene Lockenstruktur oft deutlicher erkennen.


Warum verfilzt mein junger Lagotto plötzlich?

Während des Fellwechsels treffen Welpenfell und Erwachsenenfell aufeinander. Dadurch können sich die Haare leichter miteinander verhaken und Verfilzungen entstehen.


Ist der Lagotto Romagnolo ein Labradoodle?

Nein. Der Lagotto Romagnolo ist eine eigenständige, jahrhundertealte italienische Hunderasse. Dass er häufig mit einem Labradoodle verwechselt wird, liegt vor allem an seinem lockigen Fell.


Ist das Fell wasserdicht?

Nein. Das Fell besitzt isolierende Eigenschaften, ist aber nicht wasserdicht. Nach dem Schwimmen wird auch ein Lagotto bis auf die Haut nass.

📌 Hinweis

Dieser Ratgeber gibt den aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse, offizieller Beschreibungen und meiner langjährigen Erfahrungen mit Lagotti wieder. Sollten neue, gut belegte Erkenntnisse hinzukommen, werde ich diesen Artikel entsprechend aktualisieren.

Stand der letzten fachlichen Überarbeitung: Juli 2026

Weiterführende Informationen

Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, findet hier einige der Grundlagen, die bei der Recherche zu diesem Artikel berücksichtigt wurden: