Gefahr für Hunde: Grannen

Grannen Gefahr für Hunde
Im Sommer sind die Spaziergänge für Hund und Halter besonders schön. Doch in den Getreidefeldern oder den Parkanlagen in der Stadt lauert eine oft unterschätzte Gefahr: Grannen. Auch Mäuse-Gerste oder Schliafhansl genannt.

Was sind Grannen eigentlich?

Grannen sind kleine Pflanzenteile, die die Körner von verschiedenen Getreidesorten umgeben. Dabei kann es sich um Kulturgetreide wie Gerste oder Weizen oder auch wildwachsendes Getreide wie Mäusegerste handeln. An ihnen befinden sich Widerhaken, die am Fell des Hundes haften. Die Pflanzenteile dringen tief in die Nase, die Ohren oder in das Auge des Hundes ein. Sie bohren sich auch unter die Haut und beginnen dort durch die Muskelbewegungen zu wandern. Die Pflanzenteilchen werden auch als Schliafhansl bezeichnet.

Wann wachsen Grannen?

Wildwachsende Getreidesorten sind bereits ab April oder Mai in den Parkanlagen zu finden. Auf Feldern sind die Grannen im Sommer und frühen Herbst ein Problem.
Vor allem während der Ernte lösen sich die Pflanzenteile ab und werden vom Wind auf den Wegen verteilt. Hunde kommen mit Grannen im Sommer sehr leicht in Kontakt.

Was tun gegen Grannen beim Hund?

Bevor ein Hund durch eine Wiese frei läuft, sollte diese begutachtet werden. Wächst auf der Wiese die gefährliche Mäusegerste, sollte der Hund an diesem Platz nicht unkontrolliert toben.Grannen beim Hund
Hat sich dennoch Grannen im Sommer im Fell verfangen, müssen diese unverzüglich entfernt werden. Es ist wichtig, ein Eindringen in die Haut oder in Körperöffnungen zu vermeiden.
Besonders gefährdet sind Hunde mit langem und gelocktem Fell. Bei ihnen bleiben die  Getreideteile schneller in den Haaren hängen. Wird nach jedem Spaziergang das Fell des Hundes gründlich untersucht, können die meisten Pflanzenteile leicht entfernt werden.
Besteht der Verdacht, dass sich die Pflanzenteile bereits in die Haut gebohrt, oder in die Ohren eingedrungen sind, muss unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden, um die Widerhaken professionell zu entfernen.
Um Grannen im Sommer im eigenen Garten zu verhindern, ist ein regelmäßiges Mähen der Wiese erforderlich.

Wie erkenne ich diesen Fremdkörper beim Hund?

Das Eindringen von Grannen in die Haut ist schmerzhaft. Bohren sich die Widerhaken in die Pfote, quietscht der Hund kurz auf und belastet die Pfote einige Minuten lang nicht. Dringen die stacheligen Pflanzenteile in die Ohren ein, schüttelt der Vierbeiner ständig den Kopf, um den lästigen Fremdkörper aus dem Gehörgang zu entfernen.
Gelangt die Granne unter die Augenlider, schwillt das betroffene Auge schnell an. Es ist gerötet und tränt. Bei einem Eindringen in die Nase niest der Hund immer wieder. Einseitiger Nasenausfluss ist zu sehen.
Mit etwas Glück ist das Getreide noch nicht vollständig in die Haut eingedrungen. Das Ende ragt noch aus der Öffnung heraus. Sichtbare Pflanzenteile sollten immer sofort vorsichtig entfernt werden.

Symptome

Beginnt die Granne in die Haut einzudringen, schüttelt sich der Hund ständig. Er benagt die betroffene Stelle mit den Zähnen, um die Granne zu entfernen. Dadurch erreicht der Vierbeiner genau das Gegenteil. Die Ähre dringt immer tiefer in den Körper ein. Er kann sogar bis in die Brusthöhle oder die Bauchhöhle wandern.
Im äußeren Gehörgang verursacht die Granne durch die Reizung der Schleimhaut eine blutige Entzündung. Schnell sammeln sich Bakterien in dem geschädigten Gewebe an. Der Gehörgang ist geschwollen, blutig-eitriger Ausfluss tritt aus. Durch das Schütteln des Ohrs platzen Blutgefäße in der Ohrmuschel. Es bildet sich ein Blutohr (Othämatom).
Auch in der Nase verursachen die Grannen eine starke Entzündung. Der Hund niest. Da die Nasenschleimhaut anschwillt, ist die Atmung erschwert. Atemgeräusche sind deutlich hörbar.
Dringt die Granne unter das dritte Augenlid ein, ist das Auge geschwollen und gerötet. Die Entzündung ist schmerzhaft. Wird die Granne nicht entfernt, kann sie bis in die Augenhöhle oder sogar bis in das Gehirn wandern.
Bei einem Schliafhansl in der Pfote humpelt der Hund. Die Haut ist geschwollen, gerötet und entzündet. Manchmal bildet sich ein Abszess.
Wandert die Granne bis in die inneren Körperhöhlen, kann sie Verletzungen der großen Blutgefäße, der Lunge, der Leber oder des Herzens verursachen.

Häufigste Stellen, an denen Grannen feststecken

Grannen können überall durch die Haut in den Körper eindringen. Bevorzugt haften die Pflanzenteile in den Ohren, den Augen und den Pfoten. Bei den Pfoten ist vor allem der behaarte Bereich zwischen den Zehen betroffen. Hier haftet sich die Granne an den Haarbüscheln an und dringt bei jeder Bewegung des Beines tiefer in die Haut ein. Schnell bewegt sie sich unter der Haut fort.
Streift der Hund gerne durch hoch bewachsene Wiesen oder Getreidefelder, oder wälzt sich am Boden, dringen die Grannen auch am Hals, der Brust oder dem Rumpf in den Körper des Hundes ein.

Hilfe, was soll ich tun?

Ist die Granne noch sichtbar, kann sie vorsichtig mit leichten Drehbewegungen aus der Wunde gezogen werden. Ein schnelles und heftiges Ziehen ist nicht zu empfehlen, da Reste der Widerhaken unter der Haut zurückbleiben und wandern können.
Sind die Schliafhansln nicht mehr sichtbar, sollte die Entfernung immer professionell durch einen Tierarzt erfolgen. Eventuell muss ein chirurgischer Eingriff unter Narkose durchgeführt werden. Besteht der Verdacht, dass die Granne in der Pfote nicht mehr gefunden wird und ist der Pflanzenteil auch nicht mehr zu tasten, wird die Eintrittsstelle mit Zugsalbe behandelt.
Schliafhansln in den Ohren entfernt der Tierarzt mit einer speziellen Fremdkörperzange. Befindet sich die Granne im Auge des Hundes, liegt sie meistens unter dem dritten Augenlid, der Nickhaut. Dieses wird umgeklappt und die Granne kann mit einer Pinzette herausgeholt werden.
Um abzuklären, ob die Granne schon gewandert ist, wird ein Röntgenbild angefertigt. Liegt die Granne in den Bronchien oder den kleinen Aufzweigungen, muss diese mit einem Endoskop unter Narkose entfernt werden.

Wie kann ein Unfall vermieden werden?

Im Sommer sollte das Fell zwischen den Ballen und den Zehen des Hundes möglichst kurz geschnitten werden, damit sich die Widerhaken nicht so leicht festsetzen können. Auf Spaziergängen sollten Feldwege und Parkanlagen mit hohem Gras vermieden werden. Zuhause sollte das Fell gründlich untersucht werden.

Mein Tipp

Ich gebe auf die Pfoten Kokosöl. Das pflegt und schützt vor dem Eindringen der Grannen. Auch das Fell kann mit Kokosöl eingecremt werden. So wird auch das festsetzen von Zecken verhindert.
ozonisiertes Kokosöl